SKULPTUREN
GARTEN
SPANISCHER
​​​​​​​​​​​​​​TURM

Carsten Costard
PAINTED BY LIGHT

Im Rahmen der 12. Darmstädter Tage der Fotografie

23.04.2022 – 16.07.2023


Im Rahmen der 12. Darmstädter Tage der Fotografie zeigt der Skulpturengarten Spanischer Turm im Frühjahr 2023 die Ausstellung »Carsten Costard PAINTED BY LIGHT«.

Mit Licht malen, so beschreibt der in Mainz geborene Fotograf und Wahl-Darmstädter Carsten Costard seine Fotografien, die er zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 unter Verwendung seiner innovativen Blitzlichttechnologie aufgenommen hat. Inspiriert durch den Wunsch, Kunst trotz geschlossener Museen und Ausstellungshäuser begegnen zu können, zeigen die zunächst sachlich wirkenden Fotografien ausgewählte Skulpturen und Plastiken aus dem Darmstädter Stadtraum, die durch Verwendung innovativer Blitztechnik aufgenommen wurden.

Seinem Bedürfnis nach der Begegnung mit Kunst, geht Carsten Costard in Krisenzeiten nach, indem er mithilfe von bis zu vier Blitzlichtaggregaten die Materialbeschaffenheit und die Formgebung der Skulpturen aus dem öffentlichen Raum hervorhebt. Zugleich reduziert er die Sonne als natürliche Lichtquelle. Indem die Skulpturen spotartig beleuchtet werden, erscheinen sie selbst wie Gemälde. Der öffentliche Raum, in dem die Skulpturen stehen, wird durch die Verwendung der Blitzlichttechnologie, zum musealen Raum.

Rund 20 Fotografien werden im Skulpturengarten Spanischer Turm zwischen dem 23. April und dem 16. Juli 2023 in der Ausstellung »Carsten Costard PAINTED BY LIGHT« gezeigt, darunter etwa die »Hundegruppe« (1963) von Ulla Scholl, die »Grande Disco« (1974) von Arnaldo Pomodoro und »Der Aufsteiger« (1980) von Bernhard Linke. Die Ausstellung auf der Rosenhöhe bietet auf besondere Weise die Möglichkeit, sich mit Skulpturen aus dem Stadtraum zu beschäftigen, während die Originale an ihren Standorten verbleiben.

Über Carsten Costard

Carsten Costard wurde 1965 in Mainz geboren. Bei Besuchen bei seinem Onkel, dem Filmregisseur Helmuth Costard, in Berlin während der frühen 1980er Jahre tauchte er immer wieder in die Welt der Bilder ein. Daraus entwickelte sich im Laufe der Jahre seine Leidenschaft für Fotografie.

Nach bestandener Meisterprüfung gründete er 1994 sein erstes eigenes Studio. Zu seinen Auftraggebern zählen neben Industrieunternehmen wie die Schott AG, Oerlikon Balzers oder Krones AG auch Forschungseinrichtungen wie das Max-Planck-Institut, das Fraunhofer Institut und Hochschulen. Mit Ausstellungen über Wissenschaftsfotografie in der Hochschule Bingen 2016 und 2021 und einer Ausstellung im Naturhistorischen Museum Mainz 2020 wurden seine Fotografien einem breiten Publikum bekannt.

Mit »Carsten Costard PAINTED BY LIGHT« zeigt der Skulpturengarten Spanischer Turm erstmals eine Fotografieausstellung und verbindet somit zwei künstlerische Medien: Skulpturen des 20. Jahrhunderts und zeitgenössische Fotografie. Die Ausstellung wird im Rahmen der 12. Darmstädter Tage der Fotografie gezeigt, die vom 23. April bis 7. Mai 2023 an verschiedenen Orten in der Stadt präsentiert werden und in diesem Jahr unter dem Thema »TILT/SHIFT – Experiment als Normalzustand« gezeigt werden. Die Ausstellung am Rand zum Oberfeld bildet zugleich den Auftakt im Ausstellungsjahr 2023 des Skulpturengartens Spanischer Turm, welches Skulpturen und Plastiken in der Wissenschaftsstadt Darmstadt und aus der städtischen Sammlung in den Fokus nimmt.


12. Darmstädter Tage der Fotografie

»TILT/Shift – Experiment als Normalzustand«

Die zeitgleichen und weltweiten Krisen offenbaren uns ein lange unvorstellbares Scheitern, auch in bisher sicher geglaubten Handlungsfeldern unserer Gesellschaft. Obwohl es keinen Anspruch auf einen Normalzustand der Welt gibt, schwindet doch das Gefühl der Sicherheit für eine immer größer werdende Anzahl von Menschen: Gewohnte Sichtweisen brechen weg, Gewissheiten verschieben sich.

Das Versprechen, alles bleibt gut, oder wird schon wieder gut werden, löst sich gerade auf und lässt sich kaum noch von der Gegenwart in die Zukunft weiterführen. Selbst Menschen, die sich bislang in ihrem Lebensraum sicher wähnten, nehmen ihren Alltag immer öfter bedroht war. Denkmuster werden hinterfragt und diskutiert – konstruktiv von Gruppen und Individuen, aber auch polarisierend von Faktenverdrehern. Alte Diskurse über eurozentrisch und postkolonial geprägte Blicke auf die Welt – im Großen und Kleinen – werden fortgeführt.

Krisenzeiten bedeuten nicht nur Verunsicherung, sondern können – trotz allem – auch Chancen aufzeigen. Potentiale werden, teils der Not geschuldet, auf allen Ebenen auf Freiräume, Neues und Weiterentwicklungen überprüft. Wird das Experiment, sich ständig neu orientieren zu müssen, jetzt zum Normalzustand? Wie kann Fotografie die enormen Veränderungen erfassen? Welche Bilder ermöglichen es uns, eine verunsicherte, diverse Welt im turbulenten und komplexen Wandel besser zu verstehen – und den offenen Ausgang des Experiments im Blick zu haben?

​​​​​​​Weitere Informationen:
dtdf.de